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Wilhelm Gotthilf WEISCHEDEL

Wilhelm Gotthilf WEISCHEDEL[1]

männlich 1873 - 1958  (85 Jahre)


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  • Name Wilhelm Gotthilf WEISCHEDEL
    Geburt 14 Apr 1873  Stuttgart-Feuerbach Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich
    Beruf Prediger der Evangelischen Gemeinschaft (heute: Ev.-methodistische Kirche) und 20 Jahre Direktor des Diakonissenwerkes Bethesda 
    Tod 10 Okt 1958  Wuppertal-Elberfeld Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I213964  Merkel-Zeller
    Zuletzt bearbeitet am 8 Sep 2026

    Vater Johann Jakob WEISCHEDEL,   geb. 1831   gest. um 1888 (Alter 57 Jahre)
    Mutter Katharine Friederike BOFINGER,   geb. 1837   gest. 1914 (Alter 77 Jahre)
    Familien-Kennung F92534  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Katharina Martha BEUTTER   gest. 10 Okt 1958, Wuppertal-Elberfeld Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort
    Eheschließung 2 Okt 1902  Heilbronn Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
     1. Wilhelm WEISCHEDEL,   geb. 11 Apr 1905, Frankfurt/Main Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 20 Aug 1975, Berlin Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 70 Jahre)
     2. Gesperrt
    Familien-Kennung F73261  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 8 Sep 2026

  • Notizen 
    • WEISCHEDEL, Wilhelm Gotthilf, * 14.4. 1873 in Stuttgart-Feuerbach, + 10.10. 1958 in Wuppertal-Elberfeld. Prediger der Evangelischen Gemeinschaft (heute: Ev.-methodistische Kirche) und 20 Jahre Direktor des Diakonissenwerkes Bethesda, dessen Sitz in W.-Elberfeld ist. W. W. wurde als neuntes Kind der Eheleute Johann Jakob Weischedel und Katharine Friederike geb. Boffinger geboren. Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Stuttgart-Feuerbach. Im Alter von 15 Jahren starb sein Vater. W. erlernte zunächst einen kaufmännischen Beruf. 1896 folgte er einem inneren Ruf ins Predigtamt der Evangelischen Gemeinschaft, einer methodistischen Freikirche. Im Zusammenhang seiner theologischen Zurüstung im Reutlinger Predigerseminar der früheren Ev. Gemeinschaft leistete er Praktika in einer thüringischen Gemeinde und im damaligen westpreußischen Posen. Seinen ersten Gemeindedienst leistete er von 1900 bis 1903 in Heilbronn. Hier verheiratete er sich am 2. Okt. 1902 mit Katharina Martha Beutter (+ 10.10. 1958 in W.-Elberfeld). Von Heilbronn aus wurde er nach Frankfurt/M. gesandt, um dort eine Gemeinde der Ev. Gemeinschaft aufzubauen. Schon in dieser Zeit wurde er durch eine Bethesda-Gemeindeschwester in der Großstadtarbeit unterstützt. Aus der Main-Metropole zog er gern wieder in die schwäbische Heimat, wo die Kirche ihm nacheinander die beiden größten Gemeinden in Süddeutschland anvertraute: von 1907 bis 1912 Stuttgart und von 1912 bis 1919 Reutlingen. Die Kirche seiner Wahl eröffnete dem begabten W., der sich durch Selbstdisziplin, Strenge und einen unbeugsamen Willen zur Wahrheit viele Tätigkeitsfelder erschlossen hat, ein weites Feld zur Mitarbeit über die örtliche Gemeinde hinaus. Verschiedene Aufsichtsgremien wählten ihn in die verantwortungsvolle Mitarbeit: das Stuttgarter Christliche Verlagshaus als eine Einrichtung der Kirche, das Predigerseminar, in dem die kirchlichen Mitarbeiter aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz ausgebildet wurden, auch das Diakonissenwerk »Bethesda«, dem später sein ganzer Einsatz galt. Daneben gehörte er dem Aufsichtsorgan der Kasse zur Altersversorgung der kirchlichen Mitarbeiter an. In der gesamtkirchlichen Eigentums- und Liegenschaftsverwaltung war sein Rat in einer Zeit gefragt, in der den Freikirchen noch kein öffentlich-rechtlicher Charakter von Seiten des Staates zuerkannt worden war. Das hohe Maß der Anerkennung, die sich W. im Kreise seiner Pastoren-Kollegen erworben hatte, kam auch darin zum Ausdruck, daß sie ihn 1937 erwählten, der kirchenleitenden Konferenz bei ihrer Zusammenkunft vorzusitzen; ein Recht, das sonst einem der Bischöfe der Kirche zusteht. Die damals noch spärlichen ökumenischen Beziehungen nahm W. schon früh in der Gemeinschaft der Freikirchen wahr. Ein 1913 im `Kartell freikirchlicher Jünglings- und Jugendbündnisse' gehaltener Vortrag über `Die Bedeutuung unserer Jugendpflege für das Volksleben - Zur Hebung der Sittlichkeit' zeigt, wie soziales Verantwortungsbewußtsein schon früh im gesellschaftlichen Kontext gesehen wurde. Als nach 1926 vier Freikirchen sich zur »Vereinigung Evangelischer Freikirchen« zusammenfanden und damit die ersten ökumenischen Impulse von Stockholm aufnahmen, arbeitete der damalige Bethesda-Direktor einige Zeit im freikirchlichen Hauptausschuß mit. Aber das Hauptfeld der kirchlichen Tätigkeit lag im diakonischen Bereich. Zwanzig Jahre hindurch, vom 21. Juni 1919 bis 1939 stand W. dem Diakonissenwerk der Ev. Gemeinschaft »Bethesda« vor. Zunächst fiel in die frühe Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges die Aufgabe der Wiedereingliederung jener Diakonissen in das geordnete Mutterhausleben, die in den Kriegslazaretten einen ungewöhnlich schweren Dienst geleistet hatten. Es folgte die große Weltwirtschaftskrise, die durch die Inflation auch die kirchlich-diakonischen Wirtschaftsbetriebe keineswegs verschonte. Schon 1925 begann W. mit den ersten Planungen für den Neubau eines großen Kranken- und Mutterhauskomplexes in Elberfeld. Die Einweihung erfolgte im November 1929. Von der Wuppertaler Bethesda-Zentrale aus hatte W. auch die Verantwortung für die Zweig-Krankenhäuser in Stuttgart, Berlin-Kreuzberg, Hamburg, Solingen und Ulm, sowie für ein Altenpflegeheim in Karlsruhe, abgesehen von den zahlreichen örtlichen Gemeindeschwestern-Stationen. 1939 trat W. zwar in den Ruhestand, wirkte aber in verschiedenen Tätigkeitsfeldern noch bis zur Konfiszierung des Elberfelder Krankenhauses durch die amerikanische Besatzungsmacht am 27. April 1945 (Rückgabe im Nov. 1953) mit. - W. Weischedel hatte 6 Kinder. Seine älteste Tochter war nach einer Ausbildung an der Bibelschule der MBK's als Lehrerin an der Gemeindeschwesternschule der Wuppertaler Diakonissenanstalt tätig. Eine Tochter, Helene, trat in den Dienst des Diakonissenwerkes. Der älteste Sohn Wilhelm wurde als Professor für Philosophie bekannt. W. führte auch die freikirchliche Mutterhausdiakonie auf die Initiative der Kaiserswerther Pfarrers Theodor Fliedner zurück. Im Diakonissendienst sah er zuerst »Linderung der uns auf Schritt und Tritt umgebenden Not« und damit verbunden »die Förderung des Reiches Gottes.« Das Herz der Diakonie sah er in der Barmherzigkeit Gottes.

  • Quellen 
    1. [S180] Kirner-GenPlus-Datei.